szmmctag

  • Das ist ja ein Ding..

    "Der Spiegel" schrieb am 10.04.1967 einen Artikel unter der Rubrik Technik / Glas mit dem Titel "Geschmolzener Himmel".

    Mich interessiert besonders dieser Abschnitt (Zitat):
    "Durch Abschrecken der glühenden Schmelztropfen in Wasser hatten bereits im 17. Jahrhundert bayrische Glasmacher Glas gehärtet. Diese "Prinz-Rupert-Tropfen" widerstanden sogar Hammerschlägen; brach man jedoch die feine Tropfenspitze ab, zersprangen sie in pulverfeine Splitter."

    Weitere wundersame Eigenschaften in Zusammenhang mit Glas findet ihr hier, und es lohnt sich, sie zu wissen:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46461431.html

    Bevor ich euch mit langen Einleitungen ermüde, hier ein Video, es sagt mehr als alle Worte, und ich wette, dass es auch diejenigen faszinieren könnte, die "technisch nun überhaupt nichts am Hut haben" *gähn, gähn*:


    (Doppelklicken schaltet um auf Vollbildschirm.)

    Also ich bin "hin und weg", wenn ich das so anschaue..
    Weiteres dazu ist z. B. bei Wikipedia unter "Bologneser Träne" zu finden:

    800px-Prince_Ruperts_drops

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bologneser_Tr%C3%A4ne

    "Das dicke Ende einer Bologneser Glasträne kann man bis zu einem bestimmten Punkt belasten; sobald man aber das dünne Ende auch nur etwas beschädigt, bringt die starke Spannung die Träne zum Implodieren. Die Zerfallsfront breitet sich dabei mit Geschwindigkeiten aus, die über der Detonationsgeschwindigkeit von Schwarzpulver liegt."

    Andere Quellen erwähnen Prinz Ruprecht von der Pfalz (1619-1682) *) und seine Prince Rupert's drops, die er im März 1661 den Männern der Royal Society demonstrierte.

    558px-Prince_Rupert-Simon_Verelst

    ..ich hoffe, es hat gefallen?
    Einen Dank unbekannterweise an Hervé Tavernier, der mich auf die Idee brachte, in Deutsch darüber zu referieren. Besucht seine bereits erwähnte Webseite www.HerveTavernier.blogspot.de !

    ciao Ralli Beaumonde

    *) Quelle Wikipedia: "Prinz Ruprecht von der Pfalz (* 17. Dezember 1619 in Prag; † 29. November 1682 in London), „der Kavalier“, engl. Rupert the Cavalier, Duke of Cumberland, Earl of Holderness, war Generalissimus aller englischen Armeen und leitete als Lord High Admiral die königliche Flotte.
    Interesse an Forschung und Kunst:
    Rupert, der Kavalier war nicht nur ein begabter Militärführer, er machte sich auch als Naturforscher, Künstler und Erfinder einen Namen. Seit 1670 und auch schon in den Jahren in Mainz widmete er sich intensiv seinen Forschungen und Experimenten.
    Er machte das Mezzotinto in England bekannt, entwickelte verschiedene Arten von Schießpulver und eine Messinglegierung für den Kanonenguss, die als „Prinzmetall“ (eine ähnliche Legierung ist Chrysorin) bekannt wurde.
    Er war eines der Gründungsmitglieder der Royal Society.
    Prinz Ruprecht wurde während seines Aufenthalts in den Niederlanden, wo er nach der Vertreibung seiner Familie aus Böhmen aufwuchs, mehrfach von Anthonis van Dyck, einem der größten flämischen Maler des Barock, porträtiert. Die Gemälde hängen heute im Kunsthistorischen Museum in Wien und in der Nationalgalerie in London."

  • Ich mag Delphine..

    ..für mich sind es treue Freunde der Menschen.
    In der Geschichte der Menschen gibt es viele Hinweise darauf, dass diese Wesen den Menschen gut gesonnen sind und ihnen gelegentlich helfen.
    Es würde zu weit führen, das hier zu vertiefen, aber es lohnt sich, selbst nach Überliefertem zu suchen..

    In einem gänzlich anderen Zusammenhang stieß ich auf eine Webseite "Mijmeringen - Milde reflecties van Hervé Tavernier". *)
    Unter dem 3. Januar 2011 veröffentlich er eine Abbildung einer Flasche.
    Es erinnert mich an den "Geist in oder aus der Flasche", und es zeigt ein Liebespaar.

    image_thumb[2]

    Das Bild enthält ein kleines und amüsantes Geheimnis, das mit den Delphinen in Zusammenhang steht.
    Wenn ihr euch das Bild anschaut, findet ihr es heraus?

    Wenn nicht - und es ist sehr gut versteckt - hier ein weiteres Foto, das sicherlich einen deutlichen Hinweis gibt.. ich spreche immer noch von Delphinen..

    image_thumb[5]

    So, jetzt werdet ihr erkennen, dass es überhaupt kein Liebespaar in oder auf der Flasche gibt, sonder ausschließlich.. Delphine.

    Mir hat es gefallen.

    Ciao
    RB_signum

    *) www.HerveTavernier.blogspot.de

  • Was das Rauchen anbelangt..

    stelle ich das immer mal wieder ein, manchmal für Jahre.
    Aber beim Stöbern stieß ich auf:
    http://beaumonde.blog.de/2011/12/18/a-horse-a-horse-my-kingdom-for-a-horse-12321178/
    ..kann ich noch hautnah nachvollziehen.
    ciao Ralli Baeaumonde

  • Dinge, die (k)einer braucht..

    Ich lese im "Spiegel online" eine Fotoreportage über ausgefallene Dinge, die in einer Ausstellung zusammengefaßt wurden. *)

    "Bad-Taste-Ausstellung: Jahrmarkt der Scheußlichkeiten" lautet der Artikel.

    Ich habe auch ein solches Objekt: Ein Ericson-Handy 24 Karat vergoldet.
    Ein Protzding, schwer "wie ein Kilobarren".
    Es ist ein Unikat.
    Es war der erste Preis in einem Preisausschreiben, und ich erinnere mich, dass ich es damals streckenweise sehr interessant fand, dieses Handy bei mir zu führen und damit zu telefonieren.
    ericson2
    Es erregte eine Menge Aufmerksamkeit, gab Anlaß zu allerlei Spekulationen und war gelegentlich Türöffner und Eintrittskarte.
    Es fiel mir heute beim Lesen ein.
    Was für Zeiten..
    Ciao
    RB_signum

    *) http://www.spiegel.de/fotostrecke/boese-dinge-ausstellung-im-museum-fuer-kunst-und-gewerbe-fotos-fotostrecke-96767-12.html

    P. S. Wie ich inzwischen feststelle, gibt es auch aktuell Liebhaber für goldene Handys:
    http://www.inside-handy.de/news/6441-platin-gold-diamanten-das-teuerste-handy-der-welt

  • Ich bin auf einen Film gestoßen.. oder "Der Zufall ist die Mutter aller Veränderungen"

    Der Film heißt.."Der Dorflehrer" und wird gespielt u. a. von der Schauspielerin Zuzana Bydžovská.
    Ein Thema, das mich nicht besonders interessiert, und eine Schauspielerin, von der ich bisher nichts wußte..
    Irgendwie spricht mich der Film aber unglaublich an, und zwar nicht wegen des Filmthemas, sondern wegen der schauspielerischen, überzeugenden Leistung der Zuzana Bydžovská und dem "Lokalkolorit". *)
    Ja, ich finde sie wirklich gut, diese Frau.. in ihrer Rolle.

    Vielleicht spricht euch der Film an?
    ciao
    RB_signum

    Achtung: Zum Umschalten auf Vollbildschirm bitte 2x kurz hintereinander auf das laufende Video klicken, dann läßt sich auch evtl. Werbung schließen. Wenn alles nicht klappt, hier der Link:
    http://www.youtube.com/watch?v=WfLFbf5tv0s

    P.S. Ich finde übrigens alle Schauspieler gleich überzeugend, gelinde gesagt, aber die "Frau" hat "etwas", und ich wahrscheinlich diesbezüglich eine kleine Macke..:>>

    *) "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod." ;)

  • ..all or nothing.. *)

    Erinnerung an eine kleine Episode, die mir gerade heute nacht einfällt, und da ich Zeit habe, möchte ich sie euch erzählen.
    Ich bin auf den Song "All or Nothing" zufällig gestossen und fühle mich zurückversetzt in die Zeit als ich 16 oder 17 Jahre alt war.
    Das war der "schwulstgeladene Pubertätssong":

    ..damit die Schwingung hergestellt ist.
    Meine Familie war nach Hessen verzogen, und ich war neu in der Obersekunda.
    Es war eine tolle Klasse, jede Menge sehr hübscher Mädchen - und auch an der Schule und in den kleinen Städtchen - und nette Kumpels.
    Ich hatte schon gemerkt, dass einige Mädchen nach der Schule vor "meinem" Haus auftauchten, zufällig, versteht sich, zufällige Treffen an dem Badesee "Kiesgrube" erfolgten und mir zufällig den Rücken und andere "Einzelteile" eincremen wollten. Nun, es gab jede Menge Einladungen zu Partys.

    Zwei Mädchen kamen auf die Idee, mich zu verkleiden.. als blonden Schweden.
    Sie luden mich also vor der abendlichen Party in das Haus ihrer Eltern und fingen an, mich zu "bearbeiten", Haare färben, schminken, stylen..
    es hat mir - und ihnen - gut gefallen.
    Jedenfalls war ich nicht mehr wiederzuerkennen.
    Nur die beiden waren eingeweiht, als ich abends an der Haustür eines Herrn Obermedizinalrates Dr. T. klingelte und mich als Sven Kirje Grimstad aus Schweden für die Party seines Sohnes und dessen Schwester vorstellte.

    Ich wurde in den Keller geführt, wo der interessantere Teil meiner Klasse und einiger anderer Klassen bereits feierte.

    Die beiden eingeweihten Mädchen stellten mich als ihren schwedischen Freund vor und ab ging die Party und Stimmung..
    ich mache jetzt mal einen Sprung, ein paar Tage später, bei der nächsten Party, denn - ich übertreibe nicht - das Glück war mir hold, und ich wurde von einer Feier auf die nächste weitergereicht.
    Nicht nur die Töchter punkteten damit, dass ich der Einladung folgte, auch die Mütter sahen ihre Töchter in "vielversprechender" Gesellschaft.

    Diesmal war es eine Villa im Bungalowstil am Waldrand von L., dem Ort des damaligen Gymnasiums. Sturmfreies Haus und zwei berühmt-berüchtigte Schwestern, sprich Töchter.

    Ich weiß auch nicht mehr, was mich zur späten Stunde ritt, wahrscheinlich, dass mir alles zuflog.
    Jedenfalls schnappte ich mir die jüngere der beiden Schwestern und ging mit ihr in einen Nebenraum, den ich von innen abschloß.
    Im Raum stand ein Bett oder eine Liege. An weitere Möbel erinnere ich mich nicht mehr, ich denke, viel mehr war in diesem Raum auch nicht.

    Als ich vor einigen Jahren dieses Mädchen wegen einer Schulfeier telefonisch zufällig ausfindig gemacht hatte und anrief - sie war inzwischen lange und glücklich verheiratet - sagte sie spontan, "ich habe dich so geliebt damals"..
    es verschlug mir dir Sprache, so eine liebe, hübsche war es also, und mir war es damals nicht aufgefallen..

    Jedenfalls küssten wir uns ausgiebig nach Teenagerart, aber das war es auch schon.
    Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, was vor der Zimmertür mit den anderen und deren Fantasie abging. Oder hatten wir doch?

    Es war - in unserem Alter und damals - das Ereignis an der Schule und hatte zur Folge, dass der "Partywahn" in eine absolut ausufernde Phase kam.
    Womit ich beim Thema wäre:
    Ich hatte mir inzwischen die Selbstverständlichkeit eines "Stars" zueigen gemacht und möchte rückblickend entschuldigend dazu sagen, man machte es mir nicht nur sehr leicht, man hob mich in die Höhe..

    Jedenfalls diesmal war es eine Riesenparty, öffentlich, ich denke, es war eine Art Forsthaus im Wald.
    Es gab Unmengen von schönen Mädchen, und alle waren guter Laune.
    ..und alle mochten mich. ;)
    In einem Vorraum - erinnere ich mich - befanden sich eine ganze Reihe sorgenvoller Mütter mit zerkauten Papiertaschentüchern und wenn ich in den Pausen mal draußen eine Zigarette rauchte oder einen Moment mal einen klaren Kopf bekommen wollte, hingen diverse Mütter an mir - ich war 16 - die halb bittend halb bettelnd fragten, was geschieht denn mit meiner Tochter "da drinnen"?
    Da man es Ihnen erzählt hatte, dass ich wohl eine der Personen war, warum die Partys überhaupt abgingen, beruhigte ich sie und sagte ihnen, sie könnten ganz beruhigt sein, es habe alles "seine Ordnung".
    Ich hatte den Eindruck, dass sie mir glaubten.. oder glauben wollten.
    Was blieb ihnen auch anderes übrig?
    Unausgesprochen sagten sie, während sie mich am Arm berührten: "Geh' gut mit ihr um.."
    Nun, ich glaube, wäre ich ein Mädchen gewesen, meine Mutter hätte sich nicht vor die Tür gestellt.. und einen 16-jährigen gefragt.

    ..so, die Geschichte fiel mir ein. Macht damit, was ihr möchtet.
    Vielleicht kommen ja Erinnerungen.. oder Ideen? ;)
    ciao in die nächtliche Runde.
    RB_signum
    Ralli als 16-jähriger heute Nacht, alias Sven Kirje Grimstad

    P.S. Korrekturlesen beizeiten.

    *) dedicated to the one I love..

    P. P. S. Da mir der Song nun nach 03.00 Uhr immer noch im Ohr und in der Erinnerung ist, schreibe ich euch noch etwas, was nicht die Mädchen damals betrifft, sondern die Rivalität unter den Jungens der Klasse, die es vereinzelt und sehr heftig auch gab.
    Immerhin war ich neu in diese Klassenstruktur hineingeplatzt, und der bisherige "Regionalplatzhirsch" Bodo.. ich kann ihn verstehen. ;)
    Ich erinnere mich an einen angenehmen, sehr souveränen Jungen, mit dem ich mich anfreundete, einen Ralph, dessen Vater für eine internationale Konzertagentur Veranstaltungen mit z. B. Joan Beaz oder den Rolling Stones managte, und der überraschend ein Schloß im Taunus kaufte oder mietete, wo sein Familie hinzog.. die nächste Party.
    Gerne wäre ich damals dort auch hingezogen.. besonders mit meinen beiden "schwedischen" Klassenkameradinnen.
    Jedenfalls, bevor dieser Ralph - der Täufer, nannte er sich - auszog, gingen wir nach der Schule durch eine Parkallee. Ich schob ein Fahrrad mit Schultasche, Bodo - der "Regionalplatzhisch a. D." und Ralph liefen nebenher, wir plauderten.
    Plötzlich fing dieser Bodo an, mich zu stoßen, er wartete.. und dann wieder, heftiger.. und wieder und heftiger..
    Ralph beobachtete interessiert diesen Machtkampf.
    Es reichte mir, und obwohl ich ein umgänglicher Typ bin, ich stieß diesen Bodo so heftig und einmal zurück, dass er zu Boden stürzte, dumm schaute, schweigend aufstand.. und für die Zunkunft Ruhe gab.
    Die Rangfolge war geregelt.
    Eine Erfahrung, die ich erstmalig in meinem Leben in dieser Form machte.
    Das mal zu dem "männlichen" Aspekt dieser romantischen Geschichte.
    "All or Nothing" ist übrigens einer der Songs, die Bodo mit seiner Schulband im Repertoire hatte - und zwar gekonnt - und für diese Band wollte er mich anfangs als Sänger gewinnen. Ich vermute rückblickend, nicht nur aus Akzeptanz..
    Wir haben uns nach dem Abitur noch mal "neutral" getroffen, als ich ihn einlud, bei den KDVs - "Kriegsdienstverweigerern" zu spielen, was er auch tat und gefiel.
    Ich denke, wir hätten damals beide mehr gewonnen, wenn wir es geschafft hätten, Freunde zu werden?
    ciao. Ralli

  • Das ist mir alles völlig "schleierhaft"..

    steht alles Kopf?
    Ich lese im Internet über Zypern.
    Ich zitiere frei aus dem Gedächtnis - ich reiche die Quelle nach, wenn ich sie finde - "Von den Parteien Zyperns setzt sich für den Schutz des Privateigentums lediglich die kommunistische ein."
    ???
    Ich zitiere weiter - siehe oben - in Zusammenhang mit dem schrecklichen Attentat in Boston, USA lese ich, "Schnellkochtöpfe - sie wurden offensichtlich für die Anschläge verwendet - wurden zu Massenvernichtungswaffen (weapons of mass destruction [WMD]) erklärt"?
    ???

  • Was mir auffiel..

    Ich habe in der Presse kein Bild vom Papst ohne Kruzifix und keines vom amtierenden Präsidenten der FC Bayern AG*) ohne rot-weißen Fanschal gesehen..
    Was mag's wohl deuten?
    ciao Ralli

    *) ist das eine Aktiengesellschaft und kein Verein?

  • nachdenklich..

    machte mich dieser Blogeintrag.
    http://woundwie.blog.de/2013/04/25/gedenken-rosemarie-fliess-berlin-15790326/
    ciao
    Ralli Beaumonde

  • Warschau vor 70 Jahren..

    am 19. April 1943 kam es zum Aufstand im Warschauer Ghetto unter der Führung von Mordechaj Anielewicz und Marek Edelman..
    Ich nehme dieses zum Anlass, heute nach 70 Jahren, daran zu erinnern.

    http://beaumonde.blog.de/2012/10/28/erste-tango-15139765/

    ciao
    Ralli Beaumonde

  • Ἀριστοτέλης

    Aristoteles, * 384 v. Chr. in Stageira; † 322 v. Chr. in Chalkis, gillt
    als einer der bekanntesten und einflussreichsten Philosophen der Geschichte.
    Aristotle_Altemps_Inv8575
    Zufällig stoße ich heute auf einen - amüsanten - Satz, der ihm zugeschrieben ist:

    "Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Also: Je mehr Käse, desto weniger Käse! Oder?"

    Warum ich ihn zitiere?
    Es fiel mir auf, das er ungewollt mit drei Sätzen das Problem und die Lösung der heutigen politischen Situation Europas und der Eurokrise sinnbildlich beschrieben hat, ohne davon zu wissen, und dieses rund 2300 Jahre im Vorgriff. ;)

    Die Lösung der Eurokrise kommt also aus "Griechenland".
    Ein Gruß an alle Käseliebhaber, und solche, die es werden wollen.
    Bitte.. dieser Eintrag ist natürlich satirisch zu verstehen.

    ciao
    RB_signum

    P. S. Was Kurt und Else wohl davon halten?
    http://beaumonde.blog.de/2012/06/11/glaub-castrop-rauxel-13842417/

  • ..so ein Zufall

    ju2

  • Reise in die Vergangenheit..

    Ich knüpfe mit meiner Erzählung geographisch und thematisch an meine Einträge
    http://beaumonde.blog.de/2013/04/13/regenwald-15752278/
    http://beaumonde.blog.de/2012/09/12/kommen-her-14721074/
    an und schildere heute meine Eindrücke einer
    "Reise in die Vergangenheit",
    die ich vor Jahren unternahm.

    Ich war etwa sieben Jahre alt, als wir "zu anderen, neuen Ufern aufbrachen", Ruhrgebiet, Kohlenpott, Dortmund.
    Umzug..
    Das liebenswerte idyllische kleine Städtchen in der verträumten Grafschaft sollte bald der Vergangenheit angehören, und seinen Platz in der Erinnerung finden.
    Noch sehr genau ist mir der Tag des Auszuges aus der "weißen Villa" im Gedächtnis, ich ging ein letztes Mal mit meiner Schwester durch die leeren Räume der unteren Etage, es war sonnig, und unsere Stimmen hallten wieder in der Leere.
    Wir schauten durch die Fenster in den großen Garten und sahen den Rand des Regenwaldes.

    Es hieß, ins Auto steigen und abfahren.
    Meine Schwester nahm eine Stecknadel - ich weiß nicht, woher sie diese nahm, denn alles war eingepackt und abtransportiert - ging mit mir in das Herrenzimmer, das durch eine zweiflächige Schiebetür vom Salon getrennt war und kniete sich in einer Ecke nieder, wo eine nichtbenutzte runde Kaminöffnung übertapeziert war.
    Dort stach sie mit der Nadel ihr Monogramm in die Seidentapete, und ich blieb bei ihr stehen und betrachtete ihr Werk: Es war sehr akkurat und gelungen. *)
    Befriedigt verließen wir das Haus..
    für immer.
    Trotz der Erwartung auf das Neue denke ich, waren wir beide auch voller Wehmut..

    Es war wohl dreissig Jahre später, als ich mehr zufällig beruflich in der Nähe zu tun hatte, und dieses zum Anlass nahm, einen Abstecher für mich ganz allein in den Ort meiner Kindheit zu unternehmen.

    Ich war inzwischen Generalbeauftragter in einem großen Finanzkonzern geworden und Vorsitzender Vorstand des sog. Hausvereines dieses Unternehmens, war verheiratet und hatte selbst Kinder.
    Mein Kopf war voll mit ach so unwichtigen aktuellen Dingen.

    Ich war mit meiner eigenen Limousine unterwegs und fand die Plätze meiner Kindheit relativ mühelos wieder.
    Natürlich konnte ich nicht überall lange verweilen, deshalb sog ich wie in einem Film im Vorbeifahren und kurz Aussteigen die Erinnerungen ein, die sich vor meinem geistigen Auge abspielten..

    Dennoch gab es einige Orte, denen ich mich mehr hingab.
    So fuhr ich also von der am Ortsrand gelegenen "weißen Villa" vorbei an dem Freibad meiner Kindheit
    ok_freibad
    in den alten Stadtkern, wo ich mich an einen kleinen Buchladen und an ein ebenfalls sehr kleines, aber fast märchenhaftes Spielwarengeschäft erinnerte.
    ok_Fussgaengerzone
    Hier war zur Weihnachtszeit u. a. im kleinen Schaufenster eine wunderschöne Landschaft mit einer Spielzeugeisenbahn aufgebaut, draußen an der Scheibe war ein Knopf und wenn der gedrückt wurde, fuhr die elektrische Bahn einige Runden, um dann den nächsten Knopfdruck eines anderen Kindes abzuwarten.

    "Admiral-Scheer-Schule",
    ok_ass
    meine erste Klasse, der Lehrer in Klepper-Regenmantel und mit Geige.. Herr F.
    "Ralli ist sehr fleißig und gewissenhaft", war der Eintrag meines ersten Zeugnisses.
    Der Name der Schule an der Fassade war verblichen, das relativ kleine Gebäude gab es aber noch, es wurde für andere Zwecke genutzt.

    Dann ging ich zu der Firma, in der mein Vater in leitender Stellung nach dem Krieg wieder "angefangen" hatte.
    Eine Spezial"maschinen"baufirma mit Marktführerniveau, lasst es mich mal so ausdrücken, mehr kann ich hier dazu nicht sagen.

    Ich hatte als kleiner Junge meinen Vater wohl einmal in der Firma in seinem Büro besucht, ein Freund nahm mich mit, da sein Vater auch als Ingenieur dort arbeitete. Ich hatte die Örtlichkeit noch genau in Erinnerung.
    Mein Vater war allerdings inzwischen verstorben.

    Und nun geschah folgendes:
    Ich erreichte also diese Straße und das Gebäude. Alles sah genauso aus, wie vor rund 30 Jahren.
    Ich ging die Stufen zum Eingang hoch und berührte ein Dornröschenschloß..
    ja, die Zeit war stehen geblieben.
    Alles war so, wie ich es vor Jahrzehnten letztmalig gesehen hatte.
    Unbewohnt, unbenutzt..
    rätselhaft..
    Ich schaute durch die verstaubten Scheiben in die Büroräume, sah die Türen mit den Milchglasscheiben, die Täfelung, Namensschilder.
    Alles aufgeräumt, aber verstaubt. Alte Akten mit Aktendeckeln aus den 50er Jahren.
    Mir wurde unheimlich. War ich in eine Zeitreise geraten?
    Aber so etwas gibt es doch garnicht?

    Die Firma war abgeschlossen, seit Jahrzehnten.
    Was war geschehen?

    Ich fand mich gedanklich zurück in die Gegenwart.
    Ich ging die Straße hinab und fragte den nächsten, der mir entgegenkam.
    Nun, die Erklärung war einfach aber dennoch rätselhaft: Das Unternehmen hatte erheblich expandiert und im Nachbarort neue Fabrikhallen und Verwaltungsgebäude errichtet.
    Die alten Gebäude hatten eine Art Museumsfunktion.

    Für mich sah es so aus, als hätte das Schicksal sie für meine Erinnerung konserviert, unberührbar, geschützt, nicht antastbar. ;)

    Meine Schritte führten mich zu der alten romanischen Stiftskirche, in der ich getauft wurde.
    ok_stiftkirche2
    An meine Taufe kann ich mich sehr gut erinnern..
    ja, da staunt ihr? Aber das liegt nicht an Rallis womöglich phänomenalem Gedächtnis, sondern an dem Umstand, dass ich damals fünf oder sechs Jahre alt war.
    Dieses ist eine eigene interessante Geschichte, die den Rahmen dieser Erzählung aber m. E. überdehnen würde.
    Jedenfalls fand ich einen unverschlossenen Seiteneingang, aus dem eine Frau heraustrat, offensichtlich die Pastorin.
    Sie war hilfsbereit, fragte, ob ich etwas suche u.s.w..
    Ich erklärte ihr, dass ich in meiner Kindheit in diesem Städtchen mit meinen Eltern gelebt hatte, ich die Kirche besichtigen möchte, in der ich getauft wurde, woran - wie gesagt - ich mich genau erinnere.. 88|

    Die Pastorin, die zunächst erfreut war, einen ehemaligen dort Getauften zu treffen, brach in ihrer Rede ab, schaute mich irritiert an..
    ihr Blick wurde fragend, dann kritisch..
    ja, ich erinnere mich noch genau.. hörte ich mich sagen.

    Das war es dann, höfliche Verabschiedung und "bloß weg", mochte sie gedacht haben. :crazy: Ich stand allein da.

    Ich konnte mich an meine beiden Taufpatinnen erinnern.
    Eine von Ihnen war eine ungewöhnlich schöne und erotische Frau. So erotisch, dass es mir mit fünf Jahren schon auffiel, das diese Frau etwas hatte, was alle Erwachsenen wahrnahmen, aber nicht darüber sprachen.
    Sie wohnte in diesem Städtchen mit ihrer Mutter, war verheiratet mit einem Mann, der einen kleinen Handel betrieb und im Krieg ein Bein verloren hatte. Sie hatte mindestens einen Sohn, mit dem ich gelegentlich bei dieser Familie spielte.. ein paar wenige Mal.

    Ob sie diesen Mann nach dem Krieg heiratete, als er schon Invalide war oder vorher, ich weiß es nicht. Es wurde erzählt, dass diese Frau und ihre Mutter aus dem Osten Deutschlands gegen Kriegsende geflohen seien.
    Ich erzähle dieses so ausführlich, weil diese Dame in meinem Leben eine Rolle bekam, die sehr umstritten ist.

    Sie hatte, einfach gesagt, keinen guten Ruf in den gesellschaftlichen Kreisen dieses grafschaftlich geprägten kleinen Städtchens mit dem evangelischen Alt-Damen-Sift und einem residierenden Fürsten in der Nachbarschaft.
    Was davon zutraf, ich weiß es nicht, es hat mich nie gekümmert.

    Nun war es aber so, dass nach dem Krieg das sog. Wirtschaftswunder auch dort begann, und gesellschaftliches Leben wieder einen Anfang nahm.
    Mercedez-Benz-Cabriolet, Ballkleider der Damen für Firmenjubiläen, die internationale Hannover Messe.. das Ereignis, ausländische Geschäftsbesuche. Einladungen innerhalb der örtlichen tatsächlich oder vermeintlich "gehobenen" Gesellschaft u.s.w..
    Zu besonderen Anlässen wurde in ein exquisites Waldrestaurant eingeladen, das den schönen Namen "Zur süßen Mutter" trug, und deren Pächter ich Jahre später in einer anderen deutschen Stadt wiedertraf.

    Ich erinnere mich an Feiern mit "handverlesenen" Gästen in der "weißen Villa", denn wenn ich anderntags morgens in den Salon kam, war dort ein interessanter Geruch, der mir neu war:
    Zunächst einmal kalter Tabakrauch, dezenter Alkoholgeruch, Sektflaschen, Gläser, Luftschlangen, Konfetti, Scherzartikel, kleine Hütchen aus Silberpappe in rot, grün, blau oder gold..
    kalte Platten, Knabbergebäck, Salzstangen..
    und vor allem, der Duft nach schönen Frauen.
    Lacht nicht, schöne Frauen haben einen eigenen Duft. Kann sein, dass sie ihn selbst nicht wahrnehmen, aber - auch als kleiner Junge - fiel mir dieser seltene und sehr stimulierende Duft schöner Frauen auf.
    Ja, ihr lieben Hübschen, da wißt ihr möglicherweise selbst nichts von?
    Aber deshalb erwähne ich es hier.

    Nun, aus naheliegenden Gründen wurde diese Dame zu "uns" eingeladen.
    Ob zunächst mit ihrem Gatten oder alleine, ich weiß es nicht genau.
    Dann befreundete Ingenieure, Prokuristen u. a.
    Deutschland war wieder auf der "Einbahnstraße nach oben"..

    Jahre später, als diese besagte Dame schon lange die Geliebte meines Vaters geworden war, wie mir meine sehr enttäuschte Mutter erzählte, erfuhr ich Details über sie und diese Feiern:

    Es war ein kleiner Skandal, als zu fortgeschrittener Stunde und in angeheiterter Stimmung, jene besagt Dame, meine spätere Taufpatin, vielleicht formal durch eine Wette oder Mutprobe in Anwesenheit einiger Herren und deren Ehefrauen sich entkleidete und ihren zweifelsohne wunderschönen Bilderbuchkörper mit dem krönenden Abschluss eines gekonnten Kopfstandes zwischen den Sektgläsern auf dem Salontisch allen Anwesenden selbstsicher präsentierte.

    Ralli schlief zu dieser Zeit in seinem Kinderbettchen und träumte.. vermutlich.
    Man hätte mich doch mal wecken können? ;)

    Ich erzähle das jetzt so locker, aber diese Präsentation hatte weitreichende Folgen für die Ehe meiner Eltern und die Ehe dieser Frau und für ihren Sohn oder Söhne.

    Während in meiner Familie diese Geliebte meines Vaters ein Tabuthema wurde und blieb, und die moralische "Schuldfrage" - wenn überhaupt - zu Lasten dieser als Flittchen eingestuften Frau entschieden wurde, sah es die Familie dieser Frau, insbesonders der Sohn - wie ich nach Jahrzehnten zufällig und nicht von ihm erfuhr - völlig anders: Seine unschuldige Mutter sei verführt worden, ihren Mann zu verlassen.
    Eine Version, die mich überraschte..

    Die Liaison dauerte rund zehn Jahre und war zumindest für meine Mutter eine bittere Enttäuschung, auch wenn sie relativ spät davon erfuhr.
    Für mich war es - als es zum Knall kam, mit etwa 13 Jahren - ein traumatisches Erlebnis. So traumatisch, dass es mich mindestens drei Jahre meines Lebens kostete..

    Soweit für heute meine Reise in die Vergangenheit.
    CiaoRB_signum

    P. S. Korrekturlesen, wie gehabt, beizeiten. ;)

    *) Wie sehr mochte ich meine "große" Schwester, wie oft hatte sie mir geholfen! Im Salon hingen z. B. eine Reihe von Ölgemälden, und eines, das ich - warum auch immer - unerlaubterweise von der Aufhängung nahm, fiel mir zu Boden. Dabei brauch ein kleines Stück aus dem blattvergoldeten Rahmen. Aber meine Schwester verriet nichts, sie besorgte von einer Minute auf die andere eine Tube Uhu-Klebstoff und fügte das Teil wieder fast unsichtbar ein. Niemand hat es je erfahren.

    Nur wer unser kleines Geheimnis kennt, entdeckt beim Nachlass meiner Eltern das Bild mit dieser kleinen Stelle am Rahmen.. ;)

  • Aberglauben..

    Ich fand diesen netten Blog aus Cuba
    http://sirena.blog.de/

    Und dieser Spruch gefiel mir am besten:
    "Wenn dich die Fusssohle juckt, wirst du deinen Geliebten treffen."

    ciao Ralli

  • oh, diese Mütter.. :))

    Diese kleine Geschichte widme ich den Müttern und ihren hübschen Töchtern und deren Psychologie.. zumindest soweit ich mir vorstelle, da "durchzublicken" und soweit ich es erfahren konnte.
    Aber es gibt nicht umsonst die Redensart "Das Herz einer Frau, und der Inhalt einer Worscht.. bleiben ewig unerforscht."
    Meine Schlussfolgerung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit, das möchte ich vorausschicken.

    Also während meiner soldatischen Grundausbildung wurde meiner Anerkennung als - damals hieß es - "Kriegsdienstverweigerer" stattgegeben, übrigens durch eine Verhandlung vor einem Anerkennungsausschuß üblicherweise und nur, weil mir mein Kompaniechef eine hervorragende Beurteilung geschrieben hatte. Der Begriff "Kriegsdienstverweigerer" wurde aus naheliegenden Gründen sehr schnell in "Wehrdienstverweigerer" und später in "Zivildienstleistende" abgewandelt. Aber das wäre ein Thema für sich. ***)

    Ich komme also zu den hübschen Töchtern und meiner Versetzung als OP-Pfleger bei einem sehr berühmten Professor einer Universitätsaugenklinik.
    Untergebracht war ich mit anderen "Verweigerern" in einer Unterkunft am Stadtrand, die erstmalig dafür in Betrieb genommen wurde, einer umgebauten Militärbaracke aus der Zeit des sog. Dritten Reiches, und bald Anziehungspunkt junger Mädchen wurde, z. B. Schwesternschülerinnen, die in zwei benachbarten Wohnblocks ihre streng behüteten Zimmer samt Oberin und anderer Argusaugen am Eingang in einer Pförtnerloge hatten.

    Jedenfalls galt unsere Unterkunft, die wir selbst verwalteten, sehr bald als "Ort, wo die wilden Kerle wohnen".. im positiven Sinne natürlich. Der Ruf erreichte bald Frankfurt, Berlin und München und wir hatten die interessantesten Gäste.
    Nette, weniger nette, prominente, aber es gab auch kriminelle Kontakte aus dem Drogenmilieu.
    MarRalBar Kopie
    Eines Abends hieß es, die Uschi Obermaier *) von der Kommune 1 kommt zu uns. Sie wohnte damals wohl schon in München.
    Aber Fotomodell hin oder her, ich hatte ein anderes Mädchen im Sinn, das ich beim Tanzen im "Haarlem", einer der angesagten locations - würde es heute heißen - kennen gelernt hatte, und wir hatten uns verliebt.
    Sie war Abiturientin oder eine Klasse davor und hatte strenge Eltern.

    Diese wiederum hatten ein kleines Häuschen am anderen Ende der Stadt, und meine damalige Freundin lud mich ein, sie - heimlich - über Nacht zu besuchen.. nicht ohne mich darauf hinzuweisen, dass ihr Vater ein gewalttätiger "Kerl" sei, der auch schon mal mit einem Messer auf jemanden losgehen könnte.
    Die Mutter durfte auf keinen Fall auch nur das Geringste mitbekommen.
    Meine neue Freundin schlief in einem Zimmer im ersten Stock über den Räumen ihrer Eltern.. wie beim Decamerone von Boccaccio **) etwa.
    Jedenfalls kam ich mir so vor.

    Zu ihrem Zimmer führte eine schmale steile Treppe aufwärts, soweit ich mich erinnere, aus Holz und damit potentiell riskant, da ich nicht wußte, ob und wo Stufen knarrten?

    Es war also schon dunkel, als ich im Schlepptau meiner Geliebten vor ihrem elterlichen Hause eintraf, sie lautlos aufschloss und mich hastig aber ebenso lautlos zur Treppe hinter der Haustür schob.
    Oben angekommen, öffnete sie mir ihr Zimmer und zog mich hinein.
    Umarmungen.. und Küsse, das fing gut an. Mir gefiel es, und ihr auch..

    Dann erklärte sie mir, dass sie kurz nach unten gehen müsse, um guten Abend zu sagen.
    Ich wartete derweil auf ihrem Bett sitzend. ..angezogen, natürlich.

    Nun, es dauerte wirklich nicht lange, bis sie wiederkam und sagte, dass "alles soweit klar" sei.

    Ich fragte sie, wie wir das am Morgen machen wollten, wenn sie zur Schule mußte und überhaupt, was wäre, wenn jemand nach oben käme, z. B. um mit ihr etwas zu besprechen.
    Nein, das sei nicht üblich.

    Ich weiß nicht mehr, ob sie zunächst etwas Musik aussuchte, während wir unsere Schritte für den kommenden Tag durchsprachen, als sie plötzlich sagte, du, es ist jetzt die Zeit, wo meine Mutter immer hochkommt, um mir gute Nacht zu sagen..
    Mutter?
    Gute Nacht?
    Ja, und wie soll ich denn so schnell die Treppe runterkommen, ich denke, es ist alles "klar"

    Ach, das sei nur eine Kleinigkeit und dauert nie lange.. fünf Minuten vielleicht. Deswegen brauchst du nicht extra zu gehen.
    Ja, aber.. deine Mutter und dein Vater, ich denke..

    Aber sie lachte nur.
    Was hälst du davon, Ralli, wenn du schnell den Moment in meinem Kleiderschrank Platz nimmst?
    Ich war sprachlos.. aber die Zeit drängte, und wie sie mir klarmachte, war es zu spät, die Treppe nach unten zu benutzen.

    Mit einigermaßen gemischten Gefühlen bestieg ich daher das erste - und auch das letzte - Mal in meinem Leben den Kleiderschrank einer Frau..
    Ich schwankte gefühlsmäßig zwischen Heldenmut und Blödmann aus einem Dummenwitz.
    Schließlich war ich ein verliebter junger Mann und reichlich unerfahren.

    War jemand von euch schon mal in einem Schrank?
    In Filmen und Witzen sieht das ja immer ganz lustig aus, aber man sollte es mal "live" erlebt haben.
    Dunkel, mucksmäuschen still, kaum wagt man zu atmen, plötzlich juckt es überall, kaum Luft zum Atmen, und der komische Schrank knarrt und knistert, obwohl man sich nicht bewegt.
    Wie lange würde es wohl dauern?
    Plötzlich dutzende von Gedanken, was alles passieren könnte.
    Es sollen ja auch schon leichte Mädchenschränke zusammengebrochen sein? :))

    Also Ralli sitzt mittlerweile im Schrank, die Freundin liest todernst ein Schulbuch, inzwischen ausgezogen und zugedeckt in ihrem Bett, die Tür geht auf und Mama kommt herein.
    Ja, ihr habt gut lachen! ;)

    Ralli hört Stimmen. Ein Gespräch, dann Schweigen.. Genaues ist nicht zu verstehen. Wie lange dauert denn so eine Kleiderschrankminute?
    Ich möchte mal sagen "gefühlte 15 Minuten".
    Die zweite Minute fühlt sich an, wie 30 reale. usw. ;)
    Na prima..
    jetzt saß der Bub im Schrank und keiner konnte ihm helfen.

    Plötzlich geht die Schranktür auf, helles Licht..
    Du kannst rauskommen, sie ist weg.

    Und wenn sie noch einmal wiederkommt?

    Ist noch nie passiert..

    Also Ralli zieht sich auch aus und hopp ins Bett zu seinem Schatz..

    Ich bin später in meinem Leben - unverschuldet ;) - in andere sehr prekäre und abenteuerliche Situationen geraten, aber rückwirkend betrachtet und als Fazit aus Töchtern und Müttern, neige ich zu der begründeten Auffassung: Die Mutter hat einfach mitgespielt.
    Ich kann es nicht näher belegen, es ist mein Gefühl.
    Aber damals "sah" ich es anders..

    Gute Nacht, ich muss jetzt hopp.. ins Bett.
    ciao
    Ralli Boccaccio

    P. S. Korrekturlesen, wie gehabt, beizeiten. ;)

    Quelle Wikipedia:
    *) "Uschi Obermaier (* 24. September 1946 in München, auch Chrissi Malberg) ist ein ehemaliges Fotomodel und war einige Zeit Mitglied der Kommune 1. Sie wurde als Verfechterin der sexuellen Revolution in der Zeit der 68er-Bewegung in Deutschland bekannt. Sie gilt als erstes deutsches Groupie."
    **) "Giovanni Boccaccio; * 1313 in Florenz oder Certaldo; † 21. Dezember 1375 in Certaldo bei Florenz, war ein italienischer Schriftsteller, Demokrat, Dichter und bedeutender Vertreter des Humanismus. Sein Meisterwerk, das Decamerone, porträtiert mit bis dahin unbekanntem Realismus und Witz die facettenreiche Gesellschaft des 14. Jahrhunderts und erhebt ihn zum Begründer der prosaischen Erzähltradition in Europa."

    ***) So ähnlich erlebte ich die Auswirkungen der 68er-Bewegung an den Gymnasien, wo im Zuge dieser Zeit nicht ganz freiwillig "Schülermitverwaltung"(en) installiert wurden, kurz SMV genannt, und die eine echte exekutive Funktion hatten, allerdings dann fast unbemerkt in "Schülermitverantwortung" abgemildert wurden - das Kürzel SMV blieb bestehen. Schließlich endeten sie als "Schüler mit Verantwortung", um dann irgendwann in der Versenkung zu verschwinden.
    Da ich damals stellv. Schulsprecher war, konnte ich diesen Vorgang nicht übersehen. Ich denke, außer mir, ist es niemandem aufgefallen. :))

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